2011 Vogesen

2011 Vogesen

Eine Woche durch die Vogesen

Eine Woche Elsass: das war Hitze (38°C) und Frische (7°C), das war pralle Sonne (meist) und heftiger Regen (Mittwoch).

Eine Woche Elsass: das waren traumhafte hügelige Landschaften, kurvige Bergstrecken mit wenig Verkehr, schmale Wege durch Wälder, das waren Weingebiete, die an ein Ineinanderfließen der Region Gumpoldskirchen mit der Wachau bei Spitz erinnern, das waren atemberaubende Blicke, wie vom Grand Ballon ins Tal und bis zu den Alpen inklusive Drachenfliegern in den Bäumen.

Eine Woche Elsass: das waren unvergessliche Orte wie die Chapelle Notre-Dame du Haut, das Schlumpfmuseum mit einer der tollsten Automobilsammlungen weltweit – alleine die Bugattis sind einen Besuch wert – der Europapark (in Rust/Deutschland) mit Attraktionen, die an einem Tag nicht zu bewältigen sind, und, und, und.

Eine Woche Elsass: das waren wunderbar ausgearbeitete Touren, gerade recht für den Geschmack von Zwei-, Vier, Sechs- und Achtzylinderfahrern, derart begeisternd, dass auch das regionale Schwächeln von Navi-Geräten toleriert wurde, da ohnehin der Weg das Ziel war. Nicht nur Wege, auch Perlen von Städten wie Straßburg oder Colmar mit sehenswerten Fachwerkbauten, Kanälen und romantischen Plätzen mit einladenden Restaurants und Cafés waren das Ziel.

Eine Woche Elsass war zwar keine Werbung für französische Küche, aber für Kombinationen bodenständiger Hausmannskost von Stelzen über Grillteller, Würsten und Geselchtem bis zu Spezialitäten wie Flammkuchen oder Fisch auf Sauerkraut; ergänzt durch Erlebnisse wie die Einschulung eines Elsässischen Kellners zur Zubereitung von Wiener Eiskaffee, wie die Bewirtung durch eine 89jährige Dame, die Kaffee in ihrer bescheidenen Privatküche für uns kochte und dabei nicht vergaß, lautstark die Faulheit des noch schlafenden Gastwirtes zu beklagen, der, nach schlaftrunkenem Öffnen des Fensters, dieses sofort wieder schloss, um uns endgültig der Obhut der Oma zu überlassen.

Eine Woche Elsass: das war auch die Möglichkeit, für jede/n der 28(!) Teilnehmer individuell den Tag zu gestalten, die passende Gruppe, das passende Ziel, die passende Aktivität zu wählen und dennoch an der Gemeinschaft teilzuhaben.

Eine Woche Elsass war eine erlebnisreiche, abwechslungsreiche und glücklicherweise unfallfreie Zeitspanne zwischen Autoreisezug-unterstützter An- und Abreise. Kleinigkeiten wie defekte Bremsleitungen, Nägel in Reifen oder spinnende Navis wurden deshalb nur als Würze, nicht als Ärger erlebt.

Wie schrieb der Architekt der ob ihrer avantgardistischen Bauweise umstrittenen Chapelle Notre-Dame du Haut?

Ich wollte einen Ort der Stille, des Gebets, des Friedens und der inneren Freude schaffen.

Wir erlebten nicht nur einen Ort, sondern eine Region eine ganze Woche lang voll der Freude, des Genießens und des kindlichen Staunens.

Danke an Andy und Ewald, die das ermöglicht haben!

Peter Gusmits