Fünf Tage dem Strom entlang/Donau 15. – 19.08.2018

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Tag 1: Natürlich wissen wir, vier Damen, neun Herrn, dass wir mit unseren 10 Krädern nicht fünf Tage lang dem Strom folgen werden. Das ist ja auch nicht das Wichtigste. Bestes Motorradwetter – 20°C in Tulln bei der Abfahrt, leicht bewölkt. St. Pölten, Melk und eine Eis-/Caférast in Grein an der Donau später wird es etwas wärmer, kurviger. Dann das rechte Donauufer entlang, Mittag „Zum Goldenen Schiff“ in Engelhartszell, Grenzübertritt bei Passau. Der Weg entlang der Donau ist landschaftlich reizvoll, Kurvenfreaks sind in der Warteschleife. Nach 393 km (von Wien) Ankunft bei 27°C, wolkenlosem Himmel in Regensburg, nettes Quartier Abendessen in einem nahegelegenen Biergarten.
Tag 2: Start bei 19°C, via Ingolstadt, Eisstrudel-/Cafépause in Neumarkt/Donau und Mannswörth. Entlang und zwischen vertrockneten Mais- und Kornfeldern Richtung Ulm, nach 221 km ins Quartier in Dellmensingen. Vier bleiben im Gastgarten, neun fahren ins nahegelegene Ulm, besichtigen den eindrucksvollen Dom und das attraktive Schifferviertel. Dass manche Kellner den falschen Beruf ausüben, kommt auch hier vor, reicht aber nicht für einen Abbruch der guten Laune. Der durch Baustellen bedingte Stau bei 30°C (45 Minuten aus Ulm raus) ist dafür eher geeignet. Aber sehr gutes Abendessen und ein Schluck Bier im Quartier lassen alles wieder vergessen. Die Kirchenglocken bis 22 und ab 06 Uhr erfreuen nur die Herzen der zahlenmäßig unterrepräsentierten Hard-Core-Christen.
Tag 3: Andis Vorschlag, den Blautof in Blaubeuren, die Quelle der Blau, die bei Ulm in die Donau fließt, zu besuchen, erweist sich als Segen. Zum einen ist alleine die vom jeweiligen Wetter und Lichteinfall und den Kalkpartikeln im Wasser abhängige Blaufärbung des Wassers sehenswert, zum anderen lohnt die Besichtigung des daneben liegenden Klosters.
Der Großteil der Gruppe fährt weiter nach Donaueschingen. Brigach und Breg bringen die Donau zuweg´ heißt es zum Ursprung der Donau hier. Die Rückfahrt ist nicht frei von Hindernissen Der Klassiker unter den Navi-Hoppalas, eine sich kreuzende Routenführung, führt zu einigen zusätzlichen Rundfahrten und zu insgesamt 340 km. Zum Überfluss tauchen Gewitter auf, ein heftiger Regenguss erwischt alle, kühlt von 31°C aber nur kurzfristig ab. Wir genießen das gastronomische Geschick des Quartiers und beäugen mißtrauisch aufziehende Wolken. Abkühlung. Endlich.
Tag 4: Wolken, aber trocken, angenehme 18°C. Richtung Krumbach, dann Richtung Mindelheim, Landsberg a.L., Ammersee, Schongau, Bad Tölz. Dazwischen ein sehr gutes Mittagessen in idyllischem Garten. Es wird wieder heiß. Die B 307 Richtung Österreich – endlich hügelig und kurvig, die Lust wird durch Radfahrer und zögerliche Autofahrer zunichte gemacht. Nach einer letzten Trinkpause und 221 km ins Quartier in Ebbs bei Kufstein. Sehr schönes 4* Hotel mit guter Küche, wenn die Kirchenglocken und die lauten Hochzeitsgäste nicht …
Tag 5: Es wird, wie wir es gerne haben: Kurvig! Über Hagstein Richtung St. Johann/Tirol, Saalfelden, Kurvenorgie Dienten, Bischofshofen, Radstadt. Rast in Schladming, langweilige 50 km bis Liezen. Dann Kurviges, wie wir es lieben: Die Strecke nach Admont, St. Gallen, Palfau. Franz und Barbara bevorzugen das Gesäuse, den anderen ist die etwas kürzere Variante lieber. Mittag in Lassing, dann über Göstling, Lunz, Richtung Scheibbs und schließlich individuelles Heimfahren, nach 450 km in Wien. Mittlerweile bei 34°C.
Nach 1625 km (von/nach Wien), nicht immer der Donau entlang, aber um Erfahrungen reicher, sind wir wieder gesund zurück. Eine aus heterogenen Individualisten bestehende Gruppe hat fünf harmonische Tage verbracht, wofür allen gedankt sei. Danke an Franz, der geplant, organisiert und umgesetzt hat und danke auch an Günter W. und Reinhold, die in Navi-kritischen Phasen die Rolle des Guides übernommen haben!