Vier-Tagesausfahrt Mühlviertel

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13. – 16.09.2018

Tag 1.
Des Spätsommers Milde und Schönheit hätten mehr von uns in das Tullner Becken zu locken vermocht als zu frühem Nennschluss man konnte erahnen. Zehn zählten wir anfangs, als wir, auf acht Rösser geschlichtet, das rechte Ufer der Donau dort erblickten, wo der Blick das Herz aufgehen lässt und es nichts anderes gibt, als bewundernd die Hänge voll Wein zu betrachten: Wachau heißt die Perle der Landschaft, die uns in Emmersdorf zwei weitere Reiter bescherte.
Nach Norden fand Pauli den Weg auf steilen, kurvigen Pfaden, Pöggstall, dann Bärnkopf, Königswiesen und Unterweißenbach. Es sind der Wanderwege unzählige, einer lieblicher als der andere, die Würde des Waldes zieht den Blick an sich, und die Gegend, deren Anmut man vielleicht auch anderwärts anträte, erhält durch diese Würde erst ihre Erhabenheit. Viel Zeit blieb nicht, uns angemessen daran zu ergötzen. Herrliche Strecken nach Freistadt heischten nach all unserer Aufmerksamkeit.
Endlich, Helfenberg war erreicht. Nicht der Liebreiz der Lage war es, der uns zur mittäglichen Rast animierte. Deftiges, Wohlschmeckendes beherrschte im Gasthof Haudum all unsere Sinne.
Der Rest der Fahrt, an Vielfalt von Reizen kein Mangel, war geprägt durch das Folgen von dunklen Wolken, die Böses ließen erahnen.
Im uns bereits bestens bekannten Biergasthaus Schiffner, in Aigen-Schlägl, trafen die zwölf auf Eveline, Brigitte und Franz. Gino hatte für den Transport seiner Kutsche per Hänger gesorgt, um den Doppelboxereffekt nicht zu gefährden. Der Wirt, Weltmeister als Biersommelier, sorgte auch bei fester Nahrung für Freuden des Gaumens.
Tag 2.
Der dunklen Wolken Warnung ward nun zur Gewissheit. Des Himmels Schleusen waren geöffnet und erquickten die durstenden Wälder und Fluren.
Oh süßes Nichtstun, auch du kamst zu deinem Recht. Während der Schreiber der Chronik fernab musste den Freund zur ewigen Ruhe begleiten, ließ man sich´s gutgehen und hoffen auf des nächsten Tages Wetters Milde.
Tag 3.
Kühl, doch trocken. So hieß der Tag uns, voll Hoffnung, willkommen. Nächtens hatte Fredi Paulis´ Tour erweitert und freudig folgte der Tross der Spur in den Bayrischen und Böhmischen Wald zum Dreisesselberg.
Früher war es mir da stiller und schweigsamer vorgekommen, als wenn ich durch andere ebenfalls stille und schweigende Landschaften zog. Nun aber zogen Wolken und Nebelschwaden um unser Ziel und gemahnten Karin an Eiszeiten. Hätte nicht Mariannes leidendes Knie Paulis Atout, den Popscherlwärmer, gemacht vakant, Karin hätte unfreiwillig noch frischer gewirkt als sonst.
Der Regen wurde bei der tschechischen Grenze stärker, die Gruppe schwächer. Traumhafte Wege um Volary, um Ktis, vorbei an Kuhherden mit Kälbern, durch Wälder, Richtung Krumlau – allein, ob der Nässe und Kühle wollte der wahre Genuss sich nicht wirklich einstellen.
Noch kleiner war der verbleibende Tross nun geworden, als sich endlich nicht nur Adalbert Stifters liebreizende Landschaft um die aufgestaute Moldau, sondern auch die Sonne zeigte. Frymburgs Hotel-Restaurant Leyla erwärmte uns auf der Terrasse mit Sonne, einem herrlichen Ausblick und Köstlichkeiten der Küche; die atemberaubende Fahrt über St. Stefan und der Blick in die Ebene ließen die trüben vergangenen Stunden vergessen.

Tag 4.

Ein herrlicher Tag, wie er die letzten Tage hätt´ sein sollen, machte Lust auf eine abwechslungsreiche Heimfahrt. Der Drang zum Alleinsein hatte auch vor uns nicht haltgemacht, nur acht machten gemeinsam sich auf den Weg.

Ein ungebetener Mitfahrer, ein Nägelchen in Paulis Hinterreifen, ließ unfreiwillig mehr als geplant von der Landschaft genießen, Luftnachfüllpausen ermöglichten diese Freuden.
Über Bad Leonfeld, Reichenau i. M., Gallneukirchen, Pregarten. Nach Bad Zell jubelte das Herz über Kurvenorgien bei Pabneukirchen, Waldhausen, St. Oswald und Yspertal.

Pöggstall, dann ein Schwenk nach Süden, Seiterndorf und Eiterntal führte uns Pauli über wenig bekannte, traumhafte Strecken nach Weitenegg zur Donau, um in Emmersdorf Abschied zu nehmen. Fünf Genießer ließen es sich nicht nehmen, im romantischen Gastgarten des Aggsteinerhofs, Schiffe, Radfahrer und sich Labende zu beobachten und Torten zu naschen, die gottlob noch nicht war´n geordert..

Ein zeitweise leicht durchwachsener Spätsommerausflug hatte sich schließlich von seiner besten Seite gezeigt und uns daran erinnert, welch herrliche Landschaften und Wege nicht weit von zu Hause bereitliegen und darauf warten, öfter besucht zu werden.

Mit Wege-Wahlen wie jenen von Pauli, wurden diese Strecken zum wahren Genuss!

Peter


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