Sechs Tage Berlin, 10. – 15. Mai 2017

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Mittwoch, 10. Mai. Treffpunkt Excalibur/Kleinhaugsdorf. 13 Motorräder, 14 Personen, darunter zwei Damen und Rudi vom BMW Club Voralpenraum hoffen, dass 2°C nicht das letzte Wort bleiben wird. Meist geht es, in zwei Gruppen, auf hügeligem Gelände eher geradeaus, es wird langsam wärmer, 15°C. Mittagessen im hübschen Städtchen Kolin, in einem urigen Wirtshaus mit Gewölbekeller und bester böhmischer Küche. Die Fahrt danach, besonders die letzte Stunde vor unserem Ziel in Hrensko, Hotel Mezni Louka, liegt uns eher: die Böhmische Schweiz glänzt durch ihre attraktive Landschaft, Wälder, Kurven. Originelles, nettes Wellness Hotel im Wald, die Zeit scheint vor etlichen Jahren stehen geblieben zu sein, sehr freundliches Personal, sehr gute Küche, beste Stimmung. Wer braucht da TV, das es ohnehin nicht gibt?

Donnerstag, 11. Mai. Herrliches Wetter, entlang der Elbe. Wir sind in der Sächsischen Schweiz. Hinkte die Vegetation im südlichen Tschechien einige Wochen hinter unserer in Wien nach, ist sie hier zwei Wochen voraus. Nach kurzer Fahrt steigen wir in eine Pferdekutsche mit originellem Kutscher und genießen anschließend den herrlichen Ausblick 194m über dem Elbtal.  Etwas verspätet treffen wir in Berlin Charlottenburg ein. Unweit des Hotels: Abendessen mit dem BMW Motorrad Club Berlin Spandau im urigen Restaurant Schnitzelei mit köstlichen Berliner Tappas und – Wiener Schnitzel. Marlene und Fritz St. sind zu uns gestoßen, durchmischte Sitzordnung Berlin/Wien. Kaum jemals von jemandem so herzlich aufgenommen und unterhalten worden wie von „unseren“ Berlinern!

Freitag, 12. Mai. Besichtigung des BMW Werks, das Motorräder herstellt. Uwe R., Clubobmann und Entwicklungsingenieur bei BMW, empfängt uns, eine junge Dame gestaltet eine hochinteressante Führung durchs Werk, wo unser High-Tech-Lieblingsspielzeug entsteht. Eine kurze, geführte Rundfahrt in Spandau, danach sind wir Gäste im einladend-urigen Clublokal, das dank der Lage in der Einflugschneise zum Flughafen Tempelhof leistbar ist. Uwes Frau hat Berliner Köstlichkeiten zubereitet, man futtert Buletten, Fisch, Röstkartoffeln, Würstchen, und, und, und, bewundert die gemütliche Einrichtung, aufgepeppt durch alte Motorräder, Ersatzteile und Zubehör. Im Garten üben wir, nach Uwes Einschulung, das wirbelsäulenschonende Aufstellen umgefallener Motorräder. Dräuende Wolken lassen uns schweren Herzens von den 1a-Gastgebern zum Hotel aufbrechen. Lisi und Alois können sich nicht trennen und genießen nächtens noch eine kleine Berlin-Führung.

Samstag, 13. Mai. Das Wetter ist durchwachsen, neun Motorräder von uns nehmen an der Berlinfahrt teil. Unser Stadtbilderklärer (der Begriff Stadt-„Führer“ ist historisch belastet) fährt mit Axel „Aki“ (oftmaliger Obervellach-Teilnehmer(!)) im Beiwagen mit, ein 198cm Club-Kumpel spielt den Lumpensammler, um niemanden zu verlieren. An definierten Plätzen steigen wir ab und Peter, studierter Historiker und waschechter Berliner, bringt uns hautnah vor allem Zeitgeschichtliches näher. Bei Stopps und Erklärungen wie beim Grenzwachturm, Checkpoint Charlie oder entlang des ehemaligen Mauerverlaufs wird wieder bewusst, was ein Menschenleben damaligen staatlichen Volksbeglückern im Osten wert war. Das Ehrenmal Treptow, zweitgrößte Gedenkstätte für Gefallene der Roten Armee, wird nicht bei jeder Rundfahrt gezeigt. Nach der hochinteressanten und anstrengenden Berlin-Rundfahrt: Ausklang im Zollpackhof bei Leberkäse & Co, einem an das Schweizerhaus im Prater erinnerndes Lokal, neben der Spree. Ein Häppchen und Schlückchen in einem Usbekischen Restaurant am Abend und ein weiterer anregender Tag geht zu Ende.

Sonntag, 14. Mai. Auf dem Weg aus Berlin darf ein Stopp bei der Spinnerbrücke, bei der AVUS, nicht fehlen. Micha, der Schriftführer des BMW Motorradclub Spandau, akquiriert an diesem Motorradtreff sonntags das eine oder andere neue Mitglied, wir werden von ihm und einigen anderen bereits bekannten Kumpels herzlich empfangen und bekräftigen unseren Wunsch, nächstes Jahr ein Treffen in Wien vorzusehen. Das Besucherbergwerk Abraumförderbrücke, ein ehemaliges Braunkohlebergwerk am Bergheider See bewundern wir nur von außen, da kurze Zeit später ein heftiger Wolkenbruch niedergeht. Bei durchwachsener Wetterlage genießen wir die abwechslungsreiche Streckenführung und erreichen bei herrlichem Sonnenstein das von der Hinfahrt bekannte Hotel Mezni Louka, knapp hinter der deutsch-tschechischen Grenze. Der letzte Abend gestaltet sich wieder als stimmungsmäßig und gastronomisch gelungen.

Montag 15. Mai. Sich langsam lichtender Nebel, 9°C, es wird zunehmend wärmer, beste Bedingungen für die kurvige Heimfahrt, unterbrochen durch eine nahrhafte Mittagspause in einem bei Einheimischen beliebten Gasthaus, hilfsbereit erklärt man uns, wie der Umleitungsfalle zu entkommen ist. Trocken bis zum Verabschiedungskaffee in Excalibur/Kleinhaugsdorf. Hinsichtlich Gastfreundschaft haben unsere Berliner Freunde die Latte hoch gelegt, hinsichtlich Ausfahrten Lisi und Alois. Mögen alle künftigen Ausfahrten so harmonisch und gelungen ablaufen. Danke an alle Teilnehmer und vor allem an Lisi und Alois!

Peter Gusmits


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