Fünf Tage weg von daheim

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30.08. Anreise
Bäckerei Schwarz. Zwei Damen nicht ganz fit, eine dritte fährt aus Solidarität im Auto mit, die vierte ist mit den fünf Herrn auf zwei Rädern unterwegs. Bei angenehmen 17°C wird der Wechsel über die Panoramastraße überwunden, in Stubenberg gerastet. Über Feldbach geht es zur gemeinsamen Mittagspause nach Ehrenhausen, Nähe Gamlitz. Alois erkennt, dass sein Navi keine Karte von Slowenien gespeichert hat, Pauli übernimmt. Es geht entlang der Drau. Landschaftlich zwar schön, die Geschwindigkeitsbeschränkungen und Ortsdurchfahrten jedoch nerven. Aber dann: Ab Gornji Grad geht es dutzende Kilometer kurvig und spitzkehrig durch Wald und Flur. Pauli, und damit wir, nützen den Adrenalinstoß und fahren endlich, wie man Motorrad fahren möchte! Mittlerweile hat es 30°C, wir erreichen Laibach und unser Hotel. Nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt tauchen wir abends ein in das Leben und Treiben auf der Promenade mit ihren zig Restaurants und Cafés entlang der Ljubljanica, die von mehr als einem Dutzend sehenswerten Brücken überquert wird.
31.08. Postojna
Da schlägt das Herz jedes Kurvenräubers höher! Wer je meint, rund um Laibach gebe es keine Motorradstrecken, war nie dort. Wem die Straßen 207, 210, 610, 614, 643 oder besonders die 635 nördlich von Jamnik nicht gefällt, dem ist nicht mehr zu helfen. Kurven bis zum Abwinken; durch Wälder, zwischen Weinbergen, herrliche Bergblicke und, und, und. Ja, und dann die Höhlen von Postojna, Weltkulturerbe! Noch ein Schmankerl wartet am Nachmittag: die Burg Predjama, die größte Höhlenburg der Welt. Ritter Erasmus Lueger verhöhnte kaiserliche Belagerer, indem er ihnen Nahrungsmittel zuwarf, ein korrupter Diener ließ die Belagerer in die uneinnehmbare Burg hinein. Die einzige schwere Verletzung seiner Karriere erlitt Actionstar Jackie Chan bei Dreharbeiten zu dem Film „Die Waffe Gotte“ in dieser Burg. Kein Wunder, die glatten Steine ließen selbst den Chronisten ausrutschen. Danach, bei 32°C, auf kurvigsten Pfaden wieder zurück ins pralle Leben von Laibach!
01.09. Triglav
Um Zeit für schöne Strecken zu sparen: Anfahrt über die Autobahn. Nach ca. 50 km in strömendem Regen zurück nach Laibach, wo es nur etwas tröpfelt, dann aufklart. Besichtigung der Burg mit herrlichem Blick vom Hügel auf die Stadt. Stadtbummel mit Restaurant-Tests. Die teuren sind nicht immer die besseren.
02.09. Triglav, 2. Versuch
Man lernt. Umkehr wegen starker Niederschläge diesmal bereits kurz nach der Stadtgrenze. Kaum im Hotel, hört der Regen auf. Es ist Samstag, volles Leben auf dem Markt und in der Fußgängerzone. Unser Café-, Eis-, Restaurantrepertoire wird erweitert. Bitterschokolade, 100%, mit Bitterorangestücken, Schokoladenbombe, …! Kirchen, Brücken, das Rathaus usw. gibt es zu sehen. Was hätten wir in einem Quartier auf einsamer Höhe bei solchem Wetter gemacht?
03.09. Heimfahrt
Über Sencur und Kokra zur landschaftlich und fahrerisch reitvollen Strecke nach Jezersko, dann über die Grenze nach Eisenkappel. Wenigstens jetzt gutes Motorradwetter, zwar nur 11°C in der Früh, nur ab und zu einige Tropfen, während des Tages wird es bis 17°C bekommen. Völkermarkt, Rast in Bad St. Leonhard. Spielberg, dann ruft der heimatliche Stall. Über die Autobahn geht es rasch heimwärts.
Zwar spielte das Wetter diesmal nicht ganz mit, die Anreise und die Postojnarunde waren aber nicht von schlechten Eltern. Vor allem aber entschädigt die Stadt Laibach sicher für entgangene Fahrfreuden; die gute Stimmung der Teilnehmer und Gedanken, wieder herzukommen, sind dafür ein Indikator.
Nochmals herzlichen Dank an Lisi und Alois für die tolle Planung, Organisation und Umsetzung!


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